Insul: Schäden aus der Luft sichtbar – Nachtaufnahmen Ahrweilers Innenstadt

“Das Leid nimmt zu und unsere Gedanken sind fest bei den Menschen, die alles verloren haben. Wir haben zur Stunde über 130 Tote zu beklagen und es ist zu befürchten, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird. Zahlreiche Menschen gelten noch als vermisst. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Die Menschen können sich darauf verlassen, dass alle Kräfte im Land zusammenstehen, von den Kommunen bis zum Bund. Auch unter schwierigsten Bedingungen setzen wir alles daran, Leben zu retten, Schäden zu beseitigen und weitere Gefahren abzuwenden. Ich kann den Einsatzkräften gar nicht genug danken. Viele sind seit 36 Stunden im Einsatz. Was Sie leisten, ist beispiellos“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einer Pressekonferenz am Freitag.

So eine Katastrophe erlebt man aus dem Fernsehen ständig doch das, dass mal bei uns in Deutschland mit solchen ausmaßen passiert, konnten wir uns nicht vorstellen.Quelle: Alexander Bergenroth

Insul / Ahrweiler: So eine Katastrophe erlebt man aus dem Fernsehen ständig doch das, dass mal bei uns in Deutschland mit solchen ausmaßen passiert, konnten wir uns nicht vorstellen. Als wir in den betroffen orten (Insul & Ahrweiler) waren, saß der Schock bei uns tief und man kann es einfach nicht in Worte fassen.

Die ganze Nacht hindurch seien die Arbeiten in den Katastrophengebieten weiter vorangeschritten. Besonders stark sei der Landkreis Ahrweiler betroffen. Entlang der Ahr sind ganze Ortschaften von den Wassermassen überflutet worden. Es kam zu schweren Überschwemmungen und Verwüstungen. Besonders betroffen sind die Gemeinden Schuld, Insul, Dümpelfeld, Altenahr, Mayschoß, Ahrbrück, Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig.

„Teilweise sind Bereiche von Ortschaften noch schwer oder nur teilweise zugänglich. Hubschrauber der Polizei aus verschiedenen Bundesländern und der Bundeswehr haben bis gestern Abend über 320 Menschen aus den eingeschlossenen Gebieten retten können. Wir stehen mit allen Bundesländern in Kontakt und werden von Einheiten aus dem Inland und dem europäischen Ausland unterstützt. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Alleine schaffen wir das nicht, schon gar nicht die Kommunen in den zerstörten Regionen. Es wird noch ein langer Weg sein, bis diese Tragödie bei den Menschen überwunden ist und die betroffenen Gebiete wiederaufgebaut sind“, so die Ministerpräsidentin.

Die Schäden sind so gewaltig, dass wir noch lange Zeit für einen geordneten Wiederaufbau brauchen werden. 

Die Landesregierung hat eine „Stabstelle Wiederaufbau“ im Innenministerium beschlossen.

Spendenkonto ist eingerichtet

Aus der Bevölkerung erreichten die Landesregierung überwältigende Unterstützungsangebote, sodass umgehend beim Innenministerium ein Spendenkonto eingerichtet wurde. Wer spenden möchte, kann dies tun unter dem Kennwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“ auf das Konto der Landeshauptkasse Mainz, IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06, BIC: MALADE51MNZ. „Diese nationale Katastrophe zeigt einmal mehr: Rheinland-Pfalz steht in dieser schwierigen Zeit zusammen. Das macht mich unglaublich stolz“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

Land und Bund sagen den betroffenen Regionen schnelle Hilfe zu

Am Donnerstagnachmittag machte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit Vizekanzler Olaf Scholz und Innenminister Roger Lewentz in Ahrweiler ein Bild der Lage. Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, so die Ministerpräsidentin. „Ich danke Vizekanzler Olaf Scholz für das starke Signal der Solidarität. Die Schäden in den Kommunen sind immens. Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

Auch das Land leiste seinen Beitrag. „Wir werden kurzfristig 50 Millionen Euro Katastrophenhilfe für die Hochwasserschäden an der öffentlichen Infrastruktur vor Ort bereitstellen”, so die Ministerpräsidentin weiter. 

Hotlines für Auskunft von Angehörigen und psychosoziale Unterstützung

Über die Auskunfts-Hotline des Polizeipräsidiums Koblenz können sich besorgte Angehörige, die jemanden vermissen, melden. Diese ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800 6565651. Für Betroffene der Unwetterkatastrophe bietet zudem der Opferbeauftragte der Landesregierung Rheinland-Pfalz eine kostenlose Hotline zur psychosozialen Unterstützung an. Die Hotline ist unter 0800 001 0218 zwischen 8 Uhr und 20 Uhr erreichbar.

Portal für Hinweise zur Vermisstensuche

Das Polizeipräsidium Koblenz bittet zudem die Menschen im Kreis Ahrweiler um Mithilfe bei der Suche nach Vermissten. Über ein Hinweisportal können Videos und Fotos an die Polizei geschickt werden, die Hinweise auf vermisste Personen und mögliche weitere Tote im Kreis Ahrweiler geben können. Das Portal erreichen Sie hier.

Viele Einwohner sagten zu uns, so etwas haben sie in Ihrem leben noch nicht erlebt oder gesehen.

Viele Einwohner sagten zu uns, so etwas haben sie in Ihrem leben noch nicht erlebt oder gesehen. Ein Teil von Insul ist von der Außenwelt abgeschnitten, da die Ahrbrücke BJ. Ca. 1910 einfach weggespült wurde. Der Spielplatz direkt neben der Brücke war nicht mehr zu erkennen, da auf dem Spielplatz tonnenweise Geröll und Treibgut lag. Die Anwohner in Insul sagten zu uns „Wir sind stark und werden den Ort wieder aufbauen!“ Die Zerstörung der Orte Insul & Ahrweiler ist enorm und sorgt für Wehmut. Der Zusammenhalt in den betroffenen Ortschaften ist enorm, alle helfen und versuchen das Leid irgendwie zu ertragen. Im Normalfall ist die Ahr ca. 20 Meter in Insul breit, das ein so kleiner Fluss solche Schäden anrichten kann, ist unbegreiflich. Aktuell laufen die Einsätze noch, das wird noch Wochen dauern wenn nicht sogar Monate, so ein Feuerwehrmann in Ahrweiler.

Textquelle: https://www.rlp.de/de/startseite/ – Blaulichtreport OPR

Bilder: Blaulichtreport OPR

Video: Blaulichtreport OPR

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