Die Rettungsgasse: Leben retten durch schnelle Hilfe im Stau

Die Rettungsgasse ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Thema im Straßenverkehr geworden. Denn im Falle eines Unfalls kann sie Leben retten und wertvolle Zeit sparen. Dennoch scheint vielen Verkehrsteilnehmern das Prinzip der Rettungsgasse nicht bekannt zu sein oder es wird nicht ausreichend beachtet. Wie funktioniert die Rettungsgasse und warum ist sie so wichtig?

Leider kommt es immer wieder vor, dass Verkehrsteilnehmer die Rettungsgasse erst dann bilden, wenn sich Einsatzfahrzeuge von hinten nähern, aber das ist schon zu spät! Grundsätzlich gilt: Auf Autobahnen und mehrspurigen Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen ist eine Rettungsgasse zu bilden, sobald der Verkehr stockt oder sich ein Stau bildet. Dabei müssen alle Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen nach links ausweichen und alle Fahrzeuge auf dem rechten Fahrstreifen nach rechts ausweichen. So wird in der Mitte eine freie Gasse geschaffen, durch die Einsatzfahrzeuge schnell zum Unfallort gelangen können.

Bildung einer Rettungsgasse | Quelle: obs/DEKRA SE

Doch warum ist die Rettungsgasse so wichtig? Jede Minute zählt, wenn es um Menschenleben geht. Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei müssen im Notfall schnell vor Ort sein, um leben zu retten und den Schaden zu begrenzen. Eine nicht gebildete Rettungsgasse kann wertvolle Minuten kosten und im schlimmsten Fall darüber entscheiden, ob eine Person gerettet werden kann oder nicht.

Quelle: ADAC

Rettungsgasse in Baustellenbereichen und was tun? – Besonders schwierig sind für die Rettungskräfte Staus in Baustellenbereichen. Dort sind auf zwei Punkte zu achten: zum einen auch hier so weit wie möglich nach links oder Rechts an den Rand zu fahren.  Zweitens aber möglichst große Lücken zum vorrausfahrenden Fahrzeug lassen, damit genug Rangiermöglichkeiten besteht und sich noch ein Einsatzfahrzeug durchschlängeln kann.

Doch was sind die Strafen bei nicht bilden einer Rettungsgasse? – Seit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung Ende April 2020 muss mit Geldbußen bis zu 320 Euro, Fahrverbot und Punkten rechnen, wer keine Rettungsgasse bildet, Einsatzkräfte behindert oder unerlaubt die Rettungsgasse nutzt. Das Nichtbilden einer Rettungsgasse, ohne Behinderung oder Gefährdung kann mit einem Fahrverbot von einem Monat und zusätzlich 200 Euro Bußgeld sowie 2 Punkten im Fahreignungsregister geahndet werden. Für das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse werden mindestens 240 Euro Bußgeld sowie ebenfalls 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte fällig. Für Fahrer, die eine Rettungsgasse absichtlich blockieren oder Unfallhelfer behindern, kann es sogar strafrechtlichen Konsequenzen bis hin zur Freiheitsstrafe geben.

Rettungsgasse: Darauf müssen Sie achten

  • Sobald die Fahrzeuge Schritt fahren oder halten, muss eine Rettungsgasse gebildet werden. Das gilt für Autobahnen und mehrstreifige Außerortsstraßen.
  • Auf dem linken Fahrstreifen ganz nach links, auf den anderen Streifen nach rechts fahren.
  • Mit der Rettungsgasse nicht warten, bis ein Einsatzfahrzeug von hinten heranfährt. Sie muss gebildet werden, sobald man mit Schritt-geschwindigkeit oder langsamer unterwegs ist.
  • Die Gasse nicht zu früh auflösen. Nach dem Passieren eines Einsatzfahrzeuges folgen oft weitere Fahrzeuge.
  • Genügend Abstand halten, wenn sich ein Stau anbahnt. Dann kann man leichter zur Seite fahren und rangieren.
  • In Baustellenbereichen so weit wie möglich zur Seite lenken, aber möglichst auch versetzt fahren und Lücken lassen. Dann können sich die Einsatzkräfte durchschlängeln.
  • Die Rettungsgasse so lange aufrechterhalten, bis der Verkehr wieder schneller als mit Schrittgeschwindigkeit rollt.

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